ecoprint

ecoprinting13

Für mich schafft das Sammeln von Blättern eine besondere Verbindung zur Natur. Im Hochsommer, wenn die Blätter dunkelgrün sind, erkennt man ihre Sättigung mit Chlorophyll – die ideale Zeit, um wunderschöne Drucke auf Stoff und Papier herzustellen. Doch auch im Herbst kannst du noch tolle Ergebnisse mit getrockneten Pflanzenteilen erzielen. Ecoprinting ist eine leicht umzusetzende Technik, die beeindruckende Ergebnisse liefert. Es werden nur wenige Materialien benötigt, jedoch brauchen Kinder bei den einzelnen Schritten Unterstützung. Die vorher gebeizten Papiere werden fest gewickelt und reagieren unter Dampf mit dem Pflanzenmaterial.

Aus den bedruckten Papieren erstelle ich Collagen oder schöne Buchumschläge, und auch die Stoffe lassen sich vielfältig weiterverarbeiten.

Material

  • Verschiedene Papiere: Besonders schön sind handgeschöpfte Papiere, Seidelbastpapiere oder dünnere Verpackungspapiere
  • Pflanzenmaterial: Frische Blätter von Bäumen, Blumen und Gräsern
  • Eisenbeize: Selbst angesetzt (Beschreibung siehe unten) oder gekauft, z.B. bei Kremer Pigmente als Pulver, oder Sojamilch
  • 1 Eimer
  • 1 abgeschnittenes Rohr
  • 1 Topf zum Dämpfen: So groß, dass das Rohr hineinpasst, entweder mit Dampfeinsatz (Spargeltopf) oder einen Topf mit einem flachen Stein, den du auf den Boden legen kannst
  • Schnur zum Binden
  • 1 Schere
  • Handschuhe
  • Kochplatte

Anleitung

  1. Bereite einen Eimer mit Beize vor: Entweder 2 Esslöffel Eisenbeize oder eine Tüte Sojamilch in einen Eimer mit Wasser geben.
  2. Schneide die Papiere so zurecht, dass du sie um das Rohr wickeln kannst. Für die untere und obere Schicht verwende dickeres Papier oder Stoff.
  3. Weiche die Papiere für mindestens 1-2 Stunden in Eisenbeize ein oder lasse sie eine Nacht in Sojabeize.
  4. Sammle frisches Pflanzenmaterial!
  5. Bereite alles vor: das Rohr, die Schnur, die Schere und den Topf entweder mit Dampfeinsatz oder mit dem Stein.
  6. Breite die erste Lage Papier oder Stoff aus und darauf das Seidelbastpapier oder ein anderes Papier, das du bedrucken möchtest.
  7. Lege das Pflanzenmaterial nach Belieben darauf.
  8. Decke das Ganze mit der nächsten Schicht Papier ab.
  9. Zum Schluss mit dem festeren Papier oder Stoff abdecken.
  10. Lege das Rohr an den Anfang und beginne, die Papierbahnen fest einzurollen.
  11. Verschnüre das Ganze fest mit der Schnur.
  12. Lege das Rohrpäckchen in den Topf, den du am Boden mit Wasser gefüllt hast.
  13. Bringe das Wasser zum Kochen und dämpfe für ca. 1 Stunde. (Achtung! Prüfe regelmäßig, ob noch genügend Wasser im Topf ist.)
  14. Nach der Dämpfzeit nimm das Rohrpäckchen mit Handschutz (Vorsicht, heiß!) aus dem Topf, schneide die Schnüre auf und rolle alles auf. Sei vorsichtig, denn zartes Papier kann im nassen Zustand leicht einreißen.
  15. Bewundere deine Ergebnisse und lasse sie an der Wäscheleine trocknen.

Eisenbeize aus rostigen Fundstücken

Ich stelle meine Eisenbeize immer selbst her, da ich sie nicht nur für das Ecoprinting brauche. Auch zum Wollefärben ist sie eine tolle Zutat, um Farben zu intensivieren.

  • Nimm ein ausgewaschenes Glas, fülle es mit Wasser und rostigen Nägeln oder anderen rostigen Gegenständen.
  • Lasse den Beizenansatz ein bis zwei Wochen stehen. Nach einiger Zeit verfärbt sich das Wasser rostig und kann verwendet werden.
  • Meistens fülle ich einfach wieder Wasser nach, um einen neuen Ansatz zu erstellen.

Ecoprinting lässt dir viel kreativen Raum zum Experimentieren. So kannst du mit verschiedenen Pflanzenteilen, Rostgegenständen, Draht usw. Drucke erstellen. Ich habe auch schon anstatt zu dämpfen das Material komplett gekocht. Das bietet sich vor allem bei Ecoprinting auf Stoff an, finde ich. Ich wünsche dir viel Spaß mit dieser Technik und kann nur von mir sagen, dass ich es liebe die Pflanzenteile so zu verewigen.

Letzte Blogposts

korbmacher_014

Korbköcher flechten aus Weide

In kleinen Bilderserien zeigen wir dir die Entstehung eines Korbköchers. Wir haben uns speziell für diesen Korbköcher eine Flechtart ausgedacht, die ein besonders leichten Korb ergibt. Er trägt sich sehr angenehm und sieht auch noch super aus.

Levin-11.Geburtstag-025-scaled-1

Grüne Medizin – heimisches Superfood – Bärlauch

Im zeitigen Frühjahr krieche ich mit der Nase am Boden durch den Wald, um die ersten Bärlauchspitzen unter dem Laub zu entdecken. Und es ist jedes Jahr eine große Freude, denn für mich ist dann der Frühjahrsbeginn sicher. Denn diese kräftige Heilpflanze, deren Name das Seelentier und Fruchtbarkeitssymbol der Kelten und Germanen war, verkörpert den Bären, den Frühlingsbringer.

IMG_9073-scaled

Naturkult oder Naturverbindungskultur

Dieser Sommer hat tiefe Einsichten in meine Tätigkeit und mein Wirken als Naturmentorin an die Oberfläche gebracht.

Eibe Custom Konzertgitarre

Gitarre selber bauen

Innerhalb eines Jahres habe ich in mehreren Etappen und unter meisterlicher Anleitung von Martin (soul-guitars.de) eine klassische Konzert-Gitarre in Handarbeit gebaut.

blog_knospen8326

Gemmotherapie – in der Naturkosmetik

Die Erle steht mit der Weisheit und der dunklen Seite in Verbindung. Wenn du dich auf sie einlassen kannst, zeigt sie dir die verborgenen Bereiche des Lebens.

flagship-birkenteer

Birkenteer – Steinzeitkleber

Es nimmt einige Zeit in Anspruch Birkenpech und daraus den Steinzeitkleber her zu stellen, aber es ist ein spannender Prozess, zu verfolgen, wie aus gesammelter Rinde ein Kleber entsteht.