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Tussilago farfara
Familie der Korblütler- Asteracea
Noch ruht die Erde geschützt unter einer dicken Schneedecke, doch schon bald, wenn warme Sonnenstrahlen den Schnee und das Eis wegschmelzen, sprießen bereits die ersten neuen Pflanzentriebe an die Oberfläche. Denn während die Natur noch still in Winterruhe zu liegen scheint, bereitet sich unter der Erde bereits alles auf das Frühlingserwachen vor.
Einer der ersten sonnengelb strahlenden Blüten gehören dem Huflattich. Seine Blüten verkünden mir auf meinen Spaziergängen bereits im Februar in einem sonnigen Steinbruch als erste die neue wärmende lichtvolle Jahreszeit.
Die gelben Sonnenblüten verwandeln sich dann später zu weiß-grauen weichen Häarchen, ähnlich der Löwenzahnblüte, die die Samenfrucht des Huflattichs mit sich tragen. Erst wenn der Wind diese Früchte in alle Himmelsrichtungen davongetragen hat, entwickeln sich die typischen großen Huflattichblätter, die sich mit zunehmender Sonneneinstahlung dem Lichte hin öffnen.
Wenn wir die grünen flaumigweichen Blätter betrachten, erkennen wir in ihnen die Form eines Hufeisens –welche uns den Namensteil „Huf“erklärt und der zweite Wortteil „Lattich“ bezeichnet großblättrige Gewächse, wie auch die Klette oder den Ampfer.
Es schent mir, als zeigt sich der Huflattich zur rechten Zeit, wenn uns im zeitigen, oft noch nasskalten Frühjahr die ersten Sonnenstrahlen verlockt haben und dann plötzlich Halsschmerzen und Husten plagen. Seine lateinische Bezeichnung „Tussilago“ –„tussi ago“ bedeutet: „ Ich vertreibe den Husten“. Das lateinische „farfara“ leitet sich von „farina“ was „Mehl“ heißt ab und bezieht sich auf die Blätter. Diese weißfilzige Behaarung auf den Blättern, die bis zu 20cm lang und breit werden können, wird im Sommer immer fester und so dienten diese früher als Zundermaterial. Der Huflattich zählt zu einem der ursprünglichsten Hustenmittel. Die Kelten inhalierten den Huflattichrauch durch Trichter oder verräucherten die Blätter bei Atmemwegserkrankungen.
Im Februar/März sammel ich die gelben Blüten und trockne sie und im April/Mai/Juni die Blätter, die ich erst trockne und dann kleinschneide. Blüten und Blätter werden dann gemischt und für Tee aufbewahrt. Eine Hustenteemischung kann gut mit Eibisch und Königskerze ergänzt werden. Der Huflattich gehört zu den Schleimdrogen und wirkt einhüllend und schützend auf entzündete Schleimhäute.
Um einen Erdkammer-Sirup herzustellen werden in einem Tontopf abwechselnd Huflattichblätter und Rohrzucker bis zum Rand gefüllt.
24 Stunden setzten lassen und danach schichtweise, bis der Tontopf endgültig voll ist, auffüllen. Der Topf wir nun fest mit Pergamentpapier umwickelt und zugebunden. Jetzt stellen wir ihn in ein Erdloch im Garten, zugedeckt mit einem Brett und Erde, um eine gleichmäßige Temperatur zu erzielen. 8 Wochen soll der Sirup an diesem warmen Ort gären, bis er durch ein Leinentuch abgegossen und einmal aufgekocht wird. Wenn die Flüssigkeit ausgekühlt ist, wird der Sirup in dunkle Falschen abgefüllt. Dieser Sirup kann bei Bedarf teelöffelweise mehrmals täglich eingenommen werden.
Sollte der Sirup sofort benötigt werden, hat sich die Einkochmethode auch sehr gut bewährt.
Dafür koche ich eine handvoll kleingeschnittene Huflattichblätter in einen Liter Wasser, bis sich die Flüssigkeitsmenge um die Hälfte reduziert hat. Danach übrige Flüssigkeit in einen Topf absieben und gut auspressen. Nun 750 g Honig oder 1kg Rohrzucker hinzufügen und unter Rühren nochmals erhitzen-aber nicht kochen!- bis sich ein flüssiger Sirup gebildet hat. Abkühlen lassen und in dunkle Flaschen füllen. Auch Kinder nehmen diesen Sirup sehr gerne ein.
Kleingeschnittene Huflattichblätter unters Hundefutter gemischt ergeben eine mineralstoffreiche Gemüsebeilage für unsere vierbeinigen Freunde.
Als Blütenessenz hilft der Huflattich Herausforderungen zu bestehen und sich dabei selbst treu zu bleiben und in schwierigen Lebenssituationen neue Energie zu schöpfen.