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Für die Kelten war der Holunder ein heiliger Baum. Er ist das Heim für Götter, Geistwesen, Feen und Elfen. Frau Holle wohnt unter ihm, die Hollermutter, die weise und gütige Lichtgöttin des alten Glaubens. Die Holundermutter (Hyldemoer) beschert reichen Kindersegen, trägt also zur Fruchtbarkeit bei. Der Hollerstrauch ist ein weiblicher Heilstrauch, die mondhaften Blüten und die roten Beeren stehen dafür. In der "Edda" liest man von seiner Kraft mit den Beerenfrüchten die "Leibesfrucht auszuwerfen".
Den Hollunder einfach zu fällen kann Unglück, sogar Tod bringen, auch sollte man immer den Hut ziehen und freundlich grüßen, wenn man einem begegnet. Er ist ein Schutz-und Orakelbaum, wird in der Nähe von Häusern gepflanzt und wer eine Nacht unter ihm verbringt, wird betört von seinem Duft und begegnet dem Elfenvolk. In der Sommersonnwendnacht soll sogar die Königin der Elfen erscheinen. Noch heute werden in ländlichen Gegenden Holunderzweige in den Ställen, zum Schutz und um böse Geister von den Tieren fernzuhalten, aufgehängt.
Jedes Pflanzenteil des Holunderstrauchs hat eine andere Wirkung. Seine weißen Blüten, die dem Mond zugeordnet werden, der über fierberhafte Erkrankungen herrscht, öffnen und reinigen. Die roten Beeren und die Rinde zeigen uns saturalische Einflüsse, denn roh gegessen wirken sie drastisch abführend. Merkur erkennt man in den gefiederten Blättern, was auf eine Beziehung zu den Hormonen schließen lässt.
Holunder enthält Gerbstoffe (Rinde), Flavonoide, Kalzium, Kalium und ätherische Öle. Seine Beeren sind reich an Vitamin C, dürfen aber nicht roh gegessen werden, da sie Sambunigrin (Blausäureglycoside) enthalten, was Schwindel, Übelkeit, Durchfall und Erbrechen hervorrufen kann.
Im Mai sammel ich die Blüten des Holunders und setze den ersten Sirup an. Die traditionelle Sammelzeit für die Trocknung ist am 24.Juni. Hollerblütentee öffnet die Schweißporen und wirkt fiebersenkend. Zudem wirkt er harntreibend, blutreinigend und abwehrstärkend. Ein ausgezeichnetes immunstärkendes Getränk im Herbst und Winter ist der Saft oder Likör aus den Beeren.
In der Homöopathie wird Sambucus bei Wassersucht, Bronchitis, Asthma oder Schnupfen bei Säuglingen angewendet.
In der Küche finden die Hollerblüten vielerlei Verwendung: Holunderblüten in Pfannkuchenteig getaucht und gebacken mit Puderzucker bestäubt, Holunderblütensuppe, Holunderblüteneis, Holunderwein und Holundermarmelade.
Holler-Sirup:
8-10 Blütendolden und 2 Zitronen, in Scheiben in 2 l abgekochtem Wasser 24 Std. ziehen lassen.
Abseihen und mit 700g-1kg Honig und Saft von 3 Zitronen aufkochen.
Noch heiß in eine Flaschen abfüllen.
Der Sirup wird dann mit Wasser verdünnt getrunken.
Als Blütenessenz unterstützt der Holunder Vitalität, Enthusiasmus und innere Schöhnheit auszustrahlen. Er hilft uns begrenzte Vorstellungen, Zerrissenheit und Schubladendenken zu überwinden.