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Brennessel -Urtica dioica
„Ich bin einer Allerweltspflanze und bleibe schon nach dem ersten Händedruck unvergesslich!“ ,so gelesen in einem Pflanzenrätsel für Kinder.
Die Brennessel ist die "Königin der Heilpflanzen", denn schon die Druiden-Ärzte wußten das "Wunderkraut" hoch zu schätzen.
Und der Abt Walahfrid Strabo schrieb über sie :"Eine Pflanze, auf deren Blätter Pfeile wachsen, mit brennenden Gift." Außerdem war er der Meinung, daß nur eine wahrhaftige Jungfrau eine Brennessel berühren konnte, ohne sich zu brennen.
Eine uns allen bekannte und manchen Gärtner vielleicht auch verhasstes Unkraut ist die Wildpflanze Brennessel. Ihr botanischer Name „Urtica“ bedeutet „die Brennende“ und damit hat wohl schon ein jeder mal Bekannschaft machen dürfen. Die spröden Brennhaare brechen bei Berührung ab und spritzen wie Injektionsnadeln schlangen-und bienengiftartige Toxalbumine, Ameisensäure und Histamine unter die Haut. Alle Pflanzen, die Tiergifte enthalten, stärken das Immunsystem!
Doch es gibt ein wirksames Gegenmittel, das balsamische Säfte enthält und den quaddelbildenden Histaminen entgegenwirkt: das Springkraut. Das indische Springkraut ist ein Neophyt und macht leider vorwiegend negative Schlagzeilen. Sie profitiert vom Klimawandel und breitet sich massiv aus. Sie soll heimische Pflanzen verdrängen, was ihr den Ruf als Problempflanze eingebracht hat. Ich denke, es ist wichtig, sich bei der Diskussion um Neophyten immer auch die Fragen zu stellen, weshalb diese Pflanzen zu uns kommen und welche Heilkräfte sie uns mitbringen. Vielleicht sind sie gerade jetzt, in dieser Zeit besonders wertvoll für uns Menschen.
Zurück zur Brennessel, die leider in ihrer Heilwirkung oft unterschätzt wird. Manchmal, im Frühjahr, wenn der Bärlauch in aller Munde ist, wünschte ich mir mehr Beachtung für die Brennessel, dessen Wirkung schon Pfarrer Künzle zu schätzen wußte: „Hätte die Brennessel keine Stacheln, wäre sie schon längst ausgerottet worden, so vielseitig sind ihre Tugenden.“
Die Brennessel ist dem kriegerischen Mars zugeordnet, der für Wehrhaftigkeit und Willensstärke steht und sie enthält das Feuerelement mit dem sie uns wärmende Energie schenkt. Außerdem enthält sie für unseren Körper wichtige Mineralien und Vitamine, denn sie enthält die Vitamine A, C, D, Chlorophyll, Gerbstoffe, Hormone, Enzyme, Kalzium, Kieselsäure und viel Eisen. Sie ist eine sehr wertvolle Frauenheilpflanze! Sie liefert gut verwertbares Eisen und füllt den Bluteisenspiegel auf und sie erneuert die seelische Wehrhaftigkeit der Frau!
Als Blütenessenz unterstützt uns die Brennessel auf der seelischen Ebene Familienstrukturen zu ordnen, uns eigenen Raum zu schaffen und sie lindert den psychischen Stress bei auseinanderbrechenenden zwischenmenschlichen und familiären Beziehungen.
Ihre vitalisierenden Heilkräfte sind schon seit Urzeiten bekannt und geschätzt. Die Kelten verwendetetn sie in ihrer „Neunkräutersuppe“ oder auch heute noch bekannt als „Gründonnerstagssuppe“ (Rezept siehe: Jahreskreis: Frühlingszeit) ist sie ein fester Bestandteil. Ihre ausleitende, entwässernde und abwehrstärkendeWirkung macht sie besonders für eine Frühjahrskur interessant Die Samen der Brennessel kann man trocknen und z.B. ins Müsli mischen oder einfach so naschen. Sie enthalten viel Vitamin E, Pflanzenhormone und Stoffe, die den Körper vitalisieren. Die Samen in Wein gesotten sollen das Liebesleben feurig machen. Auch Haustieren kann man Brennesselsamen für ein glänzend-seidiges Fell gut unters Futter mischen.
Die Brennessel gehört zu meiner Frühjahrskur, denn ihre entwässernde, blutreinigende und darmanregende Wirkung ist unübertroffen! Ab März kann man die jungen Blätter sammeln und für einen Entschlackungstee trocknen oder besser frisch aufbrühen. Das weckt nach einen langen Winter unsere Lebensgeister, befreit unseren Körper von Schlacken und gibt uns Energie und Kraft für ein neues Jahr!
Als Frischsaftkur bitte vorsichtig anwenden, da es bei Überdosierung zu Durchfällen kommen kann!
Mein Tipp: im zeitigen Frühjar 3 Wochen mit frischen Brennessel begonnen, danach 3 Wochen frischen Löwenzahn auf den täglichen Speiseplan setzen.
Wildgemüse aus Giersch, Löwenzahn und Brennessel ist eine leckere Beilage im Frühjahr und vertreibt die Frühjahrmüdigkeit.
Auch als Salat eignen sich junge Brennesselblätter sehr gut. Die Blätter werden überbrüht und dann mit kleingeschnittenen Zwiebeln und Dressing aus Balsamico und Olivenöl mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Garniert wird der Salat mit gerösteten Pinienkernen und geriebenen Parmesankäse.
Für eine Brennesseltinktur gräbt man die Wurzel am besten bei abnehmenden Mond im Zeichen Skorpion. Die Wurzeln werden mit einer Bürste gut gesäubert, anschließend zerkleinert und in einem Einweckglas mit 40%igen Korn übergossen. 14 tage an einer warmen Stelle stehen lassen und täglich schütteln.
Diese Tinktur kann verdünnt als Haarwasser verwendet oder einer Einreibung bei rheumatischen Erkrankungen hinzugefügt werden.