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Dieses Rauhblattgewächs wird auch “Wallwurz” genannt, was von “wallen” oder “wellen” kommt und soviel bedeutet wie „zusammenwachsen“ . Der Beinwell begegnet uns als prächtige Pflanze mit großen fleischigen Blättern, einen borstigen Stängel und wunderschönen violetten oder manchmal auch weißen nickenden Blüten. Wenn wir als Kinder eine violettblühende Pflanze entdeckten, dann wussten wir , das ist das „Beinwellmännlein“ und ein passendes Fräulein mit weißen Blüten musste dann noch gefunden werden.
Für die Kelten war der Beinwell eine magische Pflanze, denn allein die Tatsache, dass sie Knochen und Gewebe wieder zusammenwachsen ließ, machte sie zum Zauberkraut.
Sie bevorzugt einen feuchten Standort und zeigt dadurch ihre Beziehung zum Mond. Dies kann man auch an der saftigen, schleimigen, weißen Wurzel erkennen. Die Behaarung, die violetten Blüten und die schwarze Wurzelrinde stellen eine Beziehung zu Saturn her.
Die Bienen und Hummeln lieben es in die blühenden Glocken des Borretschgewächses zu kriechen und im süßen Nektar zu baden. Und auf einem bunten Sommersalat dürfen die hübschen Blüten nicht als Dekoration fehlen. Aber auch die Blätter können als Gemüse und Salat verwendet werden, denn sie enthalten Eiweiß, Kieselsäure und Vitamin B12.
Die Blätter sind am Stiel herablaufend verwachsen, als könnten sie nicht loslassen. Diese Eigenschaft zeigt sich auch in der Blütenessenz der Pflanze. Beinwell hilft sich zu verwurzeln, bodenständig und sesshaft zu werden. Sie lässt uns den inneren Ballast abwerfen, um uns auf das Wesentliche im Leben konzentrieren zu können.
Die Heilwirkung der Pflanze steckt vor allem in der Wurzel. Die enthält Pyrrolizidinalkaloide, Allantoin, Gerbstoffe, Schleimstoffe, Salicylsäure , diese wirken entzündungshemmend, wundheilend, abschwellend, schmerzstillend. Schon Paracelsus lobte den Beinwell als Knochenheilmittel und auch die Homöopathie verwendet Symphytum bei Verrenkungen, Zerrungen, Bänderriss oder einem blauen Auge.Allerdings sollte man die Wurzel im Frühjahr graben, da der Allantoin-Gehalt im Laufe des Jahres ständig abnimmt. Natürlich enthält die Wurzel im Herbst auch noch Heilkräfte, doch nicht mehr so hoch konzentriert.
Eine Salbe ist leicht herzustellen und jetzt im zeitigen Frühjahr ist der ideale Zeitpunkt, um die Wurzeln auszugraben. Am besten tut man es an einem Steinbocktag im abnehmenden Mond frühmorgens. Beim Wurzelgraben immer nur einen Teil der Wurzel entfernen!
Die Wurzel wird nun gründlich gewaschen und kleingeschnitten oder geraspelt.
150 g Olivenöl im Topf oder besser im Wasserbad erhitzen – Vorsicht nicht kochen!- und etwa 12-20 g vorbereitete Beinwellwurzel hineingeben und nun 1Stunde ausziehen lassen. Gelegentlich umrühren. Wer mag kann auch nach einer Stunde den Herd ausschalten, Deckel auf den Topf und über Nacht stehen lassen, dann hat das Öl mit Sicherheit alle Wirkstoffe gründlich aufgenommen.
Entweder am nächsten Tag oder nach einer Stunde 15 g Bienenwachs einrühren bis es vollständig geschmolzen ist. Nun wird die Flüssigkeit durch eine Baumwollkompresse oder ein Sieb in ein Gefäß gefüllt und gut ausgedrückt. In die leicht abgekühlte Flüssigkeit kann nun noch nach belieben ätherisches Öl eingerührt werden. Ich verwende für die Beinwell-Salbe am liebsten Lorbeer (10Tropfen) und Lavendelöl (5Tropfen). In kleine Döschen füllen und vollständig erkalten lassen. Die Salbe ist 1Jahr haltbar.
Natürlich eignet sich die Wurzel auch sehr gut zur Herstellung einer Tinktur. Dafür gebe ich die gesäuberte Wurzel in ein Schraubglas, etwa zur Hälfte gefüllt und gieße dann mit 38% -50 % Alkohol (z.B.Korn) auf. Das Glas verschließen und an einem halbschattigen Ort im Wohnraum einen Monat reifen lassen. Täglich schütteln nicht vergessen!