Winterzeit = Holzzeit!
11. Januar 2010Vergangenes Wochenende habe ich zusammen mit meinem Vater 5 Robinien gefällt und dabei 68 Staves gespalten.
Einige davon sind richtig schöne, einige Charkaterstaves - auch nicht übel


Vergangenes Wochenende habe ich zusammen mit meinem Vater 5 Robinien gefällt und dabei 68 Staves gespalten.
Einige davon sind richtig schöne, einige Charkaterstaves - auch nicht übel

Durch den Wickie Film inspiriert, den wir neulich im Kino sahen, bin ich auf der Suche nach der idealen Form eines Wikingerbogens. Recherchen zeigen, daß die Wikinger-Bögen ganz und gar nicht dem des kleinen Comichelden gleichen.
Im Gegensatz zu dem im Griffbereich dicken kompakten und kurzen Comicbogen mit Recurves, zeigt der Fund des Wikinger Bogens aus Haithabu, eine lange Ausführung und zurückgebogene Bogenenden anstelle von den sonst so üblichen Recurves. Die zurückgebogenen Enden sind jedem ein Rätsel und es wurde noch nicht herausgefunden welche Bedeutung diese haben.
Um dem ganzen auf die Spur zu kommen, entschloss ich mich kürzlich einen Wickingerbogen aus Eibe nach zu bauen. Das Ergebnis wird demnächst hier vorgestellt.
In einer online Bilderserie kann der Bau eines neuen Eibenbogens verfolgt werden.
Eibenholz galt bereits im Mittelalter wegen seiner Härte (Kernholz) und Elastizität (Splintholz) als das beste Holz für Bögen.
Die sehr gute Tauglichkeit der Eiben für Langbögen führte zu Übernutzung und (fast)Ausrottung von Eiben. Eibenbögen in England: jedes Handelsschiff, das während des Spätmittelalters in England Handel trieb, musste als “Zoll” eine bestimmte Anzahl an Eibenrohlingem mitbringen. Die Engländer haben damit quasi dafür gesorgt das im ganzen europäischen Raum die Eiben verschunden sind.
Wer Glück hat, bekommt heutzutage einen Eibenstamm von einem Friedhofsgärtner oder hat selbst eine im Garten die gefällt werden muss.
Link zum: Eibenbogen
Ich habe wieder mal ungewollte Bogenbaurohlinge bekommen. Die Biber holzen ab wie nix.
Der Stamm hier steht ganz gefährlich. Ein wenig drücken und weg ist er.

Zu schwer für die Biber. Sie schafften es nicht den Stamm in den Main zu transportieren. Na da wird es eben ein Bogen.

Mal sehen wie lange der Biber braucht bis alle Bäume weg sind.

Als ich gestern an der Obermain Therme vorbei fuhr, sah ich eine kleine Menschenmenge und 2 Personen davon in verdächtiger Haltung - das mußte Bogenschiessen sein. Ich habe mich dort einmal umgeschaut.
Es war eine Seminar für Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Sozialpädagogen, Psychologen, Ärzte und Interessierte aus anderen Berufsgruppen. Veranstaltet vom Klinikum Bad Staffelstein.
Zieldienliche Intuition ist mehr als ein momentan stimmiges Bauchgefühl.
Intuition spannt den Bogen, von der Weisheit des Organismus - dem kommunikativen und präsenten Körperbewusstsein – bis hin zum Deepest Part of the Mind - dem Tiefenbewusstsein, in dem die Potentiale und Ressourcen für zielsichere Entscheidungen liegen. Im intuitiven Bogenschießen werden die Metaphern: Es auf den Punkt bringen, Den richtigen Zeitpunkt / Augenblick erwischen, Die Gunst der Stunde nutzen, Treffen ohne zu zielen, Siegen ohne zu kämpfen und Der Weg ist das Ziel mit mentaler sowie körperlicher Kraft und Präzision ganz leicht und wie von selbst verwirklicht
Der Kursinhalt wurde wie folgt beschrieben:
Januar 2009 -17 Grad und 4 Eiben zwischen 20cm und 28cm. Einfach geil.
Dieser Stamm war der größte Brocken. Ich konnte ihn gerade so alleine heben. 2 Stunden habe ich gebraucht bis ich 4 Staves hatte.

Eine Eibe mit ca. 20cm, 10 Schläge und das Ding war geteilt. Dieser hatte keine Äste und bei der Kälte, ging das ruck zuck.

Der Dicke ist durch, puuuhhhh.

15 Eibenstaves. Ich bin entzückt! Jetzt noch etwas zurechtsägen und die Stirnseiten einleimen, dann ab damit auf den Dachboden. In 2-3 Jahren zeige ich dann hier wie ein Bogen aus diesem Holz aussieht.

Ich weis nicht genau wieviele Stunden ich in diesen Bogen gesteckt habe, aber es waren viele. Ein wunderschöner Robinienbogen, fertig getillert mit 45 lbs.
Morgen sollte ein Hirschsehnenbacking aufgelegt werden. Dazu habe ich auch bereits 8 Hirschsehnen in ein paar Stunden(!) fein säuberlich “zerfasert”. Schöne weiße Fäden liegen da jetzt auf meinem Schnitzbock.
Natürlich musste der Bogen dazu auch “Rückwärts” gespannt werden. Das Sehnebacking sollte ja etwas bringen. Und da passierte es, KNACK: Mein Motto heißt jetzt nicht: “Wenn der Bogen zerbrochen ist, dann schieß”, sondern: “Wenn der Bogen zerbrochen ist, dann geh ein Bier trinken. Shit! Prost!

Bei meinem samstäglichen Spaziergang um den alten Staffelberg, begegneten mir heute 4 Wanderer die bereits 400 Jahre unterwegs gewesen sind, so scherzten sie zumindest.
Sie waren unterwegs nach Vierzehnheiligen und zum Staffelberg. Bemerkenswert! Eine Frau hatte Holzschuhe an, und das bei stellenweise 20cm Schnee.
Diese außergewöhnliche Begegnung mit dem Mittelalter im Winter war etwas ganz besonderes.
Kürzlich habe ich einen Bogen aus Eibe fertiggestellt. Durch seine beiden Astlöcher sieht das Teil sehrmarkant aus (schießt auch prima). 55#@28″ hat der Bogen. Das Höchstgebot auf einem Mittelaltermarkt lag bei 500 Euro. Aber ich habe ihn behalten. Da steckt zuviel Energie von mir drin (und ich möchte ihn selbst zerbrechen






Zurück aus dem Mittelalter! Das Mittelalterspektakel auf der Burgruine Lichtenberg ist vorrüber. Ich war dort als Bogenbauer engagiert. Aber seht selbst:
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Der kleine Bogenbauer der auch ein sehr guter Bogenschütze ist

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Ein wenig Fachgesimpel mit dem Löffelschnitzer

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Schön die Sonne, bei dem kalten Ostwind…

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Auf dem “Schniedhaaz” (Schnitzbock)

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Der Brillenmacher
